Nachdem in diesem Winter zum ersten Mal ein gemeinsamer Skiurlaub in den Bergen ansteht, entschieden wir uns zur Vorbereitung darauf einen Tagesausflug ins Alpincenter Bottrop zu machen. Wir, das bin ich, Katja, mein Bruder Christian und meine 4-jährige Tochter Lara. Der einzige routinierte Skifahrer von uns Drein ist Christian. Für Lara und mich sollte es das erste Mal auf Skiern sein.
Wir kamen aus Richtung Köln über die A42. Nach einer kurzen Fahrt durch die Stadt fanden wir die gut ausgeschilderte Skihalle. Sie liegt auf einer Berghalde hoch oben über dem sonst recht flachen Bottrop. Parken ist hier umsonst und man erreicht mit wenigen Schritten den Eingang.
Der Eingangsbereich der Halle empfing uns im Hüttenstil. Die ganze Halle ist mit einer Mischung aus modernen und alpenländisch-rustikalen Elementen eingerichtet. Der Eintritt kostete 37,50 Euro. Laras Eintritt war sogar frei. In dem so genannten „all-inclusive”-Ticket ist die ganztägige Nutzung der Halle, die Skier samt Schuhen und die Verpflegung für den ganzen Tag enthalten, was super günstig ist.
Leider hatten wir die Handschuhe für die Kleine vergessen, sodass wir uns gleich den Sportshop der Halle zu Nutze machten. Der freundliche Verkäufer beriet uns ausführlich. Man merke: Für Kinderhände eignen sich auch mit 4 Jahren noch Fäustlinge am besten zum Skifahren, weil so die Hände am wärmsten bleiben.
Ausgestattet mit Handschuhen ging’s weiter zum Skiverleih und den Umkleidekabinen. Diese sind recht spartanisch, etwa wie im Kaufhaus, aber sie erfüllten ihren Zweck. Auch Spinde stehen ausreichend zur Verfügung. Das Ausleihen ging schnell: Kurz nach Schuhgröße und Gewicht gefragt, hielten wir auch schon die angepassten Schuhe und Skier in der Hand. Zur Info: Wer keine Bekleidung dabei hat, kann sich auch diese hier ausleihen.
Noch Stöcke geschnappt und auf mit wackligen Schritten – die engen Schuhe waren zunächst noch sehr gewöhnungsbedürftig – zur Piste! In der riesigen Halle angekommen, hieß es Bretter anschnallen. Beim Anblick vorbeirauschender, geübter Skifahrer, hätte ich mir das Ski fahren gar nicht so schwer vorgestellt. Ich war sehr froh, dass nur wenig Betrieb in der Halle herrschte – das kann am Wochenende allerdings anders sein, wie uns später eine Kellnerin erklärte. Lara und ich konnten unter Anleitung von Christian in aller Ruhe die ersten Fahrversuche auf der Anfängerpiste machen. Alternativ hätten wir uns auch Unterricht bei der Skischule der Halle nehmen können.
Da mir die Erfahrung fehlt, hier Christians Beurteilung zur Piste: Die Abfahrt in der längsten Skihalle der Welt (640 m) dauert ein bis drei Minuten. Das Gefälle der Piste von bis zu 24% und einige Kurven sorgen für Fahrspaß.
Der Schnee war pulvrig und von guter Qualität. Nur am Eingang und am Förderband ist er teilweise etwas vereist. Ein kleiner Kritikpunkt ist die Bergfahrt mit dem Förderband, da der Ein- und Ausstieg Anfängern Schwierigkeiten bereiten kann und man die Skier ausziehen muss, um ans Band zu gelangen.
Neben der normalen Abfahrt bietet ein Funpark mit Rails, Kickern und Boxen, der am Rande der Piste angelegt ist, Freestylern allerhand Raum zum Austoben. Von diesen waren am Tag unseres Besuches besonders viele vertreten, da die Stylenight stattfand – ein Event für Snowboarder mit Kursen, Musik und Contests.
Dann war es Zeit für’s Mittagessen, das wir uns nach zwei anstrengenden Stunden auf der Piste verdient hatten. Direkt neben dem Eingangsbereich der Skihalle befindet sich ein Selbstbedienungsrestaurant, über das man auch raus zu einem schönen Biergarten kommt. Hier ist ein Sandkasten, in dem Lara sich vergnügen konnte, während wir die Aussicht genossen. Außerdem gibt es weitere Restaurants in der Skihalle von denen aus man das Treiben auf der Piste beobachten kann. Diese sind im Hüttenstil eingerichtet und total urig. Leider waren sie am Tag unseres Besuches aufgrund von Renovierungsarbeiten geschlossen.
Das Essen war eher einfach. Es gab über den ganzen Tag hinweg ein Buffet mit warmen und kalten Speisen. Zur Auswahl stand unter anderem Gulasch, Hähnchen, selbst belegbare Brötchen und diverse Beilagen. Hier hätte ich mich persönlich passend zum Interieur über ein paar alpenländische Speisen wie Käsespätzle oder ähnliches gefreut. In dem Eintritt waren außerdem Kaffee, Tee, Soft-Drinks sowie Bier und Wein so viel man trinken konnte, enthalten.
Nach dem Mittagessen wandten wir uns den Freizeitangeboten des Alpincenters Bottrop abseits der Pisten zu. Zuerst drehten wir eine Runde auf der Sommerrodelbahn. Auch Lara durfte in meiner Begleitung mitfahren. Die Fahrt dauerte etwa drei Minuten. Es ging auf und ab und durch scharfe Kurven. Die Geschwindigkeit ließ sich über einen Hebel regulieren.
Euphorisiert von der rasanten Fahrt ging es weiter zum Hochseilgarten. Christian begab sich in luftige Höhen und bewies seine Geschicklichkeit bei der Überwindung der verschiedenen Hindernisse. Hier balancierte er über schwingende Reifen, Balken und schmale Seile. Beide Einrichtungen sowie eine Indoor-Paintball-Anlage befinden sich an der Bergstation der Halle. An der Talstation gibt es auch noch eine Indoor-Skydiving-Anlage.
Nach einer weiteren Runde auf der Piste ließen wir den Tag im Biergarten ausklingen. Da Lara dabei war, konnten wir natürlich nicht am Après-Ski teilhaben. Hier hätten uns eine Lounge und das Großglockner, ein Partybereich mit DJ, zur Verfügung gestanden.
Unser Fazit: Das Preis-Leistung-Verhätnis beim „all-inclusive”-Ticket stimmt. Vor allem Familien können im Alpincenter Bottrop für relativ wenig Geld einen schönen Tag verbringen. Natürlich ist eine Skihalle nicht mit der Weite der Berge zu vergleichen, aber besonders für Anfänger lohnt sich ein Besuch allemal. Wir sind zumindest nach dem Tag für unseren Winterurlaub gerüstet. Neben dem Pistenspaß lassen tolle Funsport-Möglichkeiten auf keinen Fall Langeweile aufkommen.
Viele Grüße
Lara, Christian und Katja






Es kommt ja bekanntlich immer drauf an, mit welcher Anspruchshaltung man eine Freizeiteinrichtung dieser Art besucht.Da ich noch niemals zuvor in einer Skihalle war, habe ich mich ziemlich wertneutral auf den Weg nach Bottrop begeben. Ich möchte jetzt hier nicht in aller Länge meine einzelnen Erlebnisse dieses Tages schildern, aber mein Bekannter und ich haben für, wie ich finde, unglaubliche ! 35 Euro ! einen tollen Tag erlebt. Wie die das mit dem Preis machen kannich mir beim besten Willen nicht vorstellen. Wir konnten uns kostenlos Skischuhe und gute Völkl-Skier ausleihen, die wirklich top in ordnung waren. Bis Abends 23 Uhr haben wir von dem Angebot gebrauch gemacht die SKipiste unbegrenzt zu nutzen (ist glaub ich sogar noch länger auf). Dazwischen haben wir uns (viel zu häufig
) ab BUffet und an der Bar den Bauch vollgehauen (alles kostenlos
!). Was wir wirklich nicht wussten ist, dass sogar Abends beim Apres Ski alle Getränke mit inklusive waren. Also wie sich das alles für die Betreiber rechnet kann ich mir wirklich nicht vorstellen. Auf jeden Fall hatten wir einen tollen SKitag, haben viele nette Menschen kennengelernt und fühlten uns trotz des kleinen Preises stets überall willkommen und gut betreut. Ich werd auf jeden Fall bald mit meinen Kindern wieder hin. Besonders wenn die Sommerrodelbahn wieder geöffnet hat.
Danke für den wirklich ausführlichen Artikel! Viele Grüße!